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Goethe-Elefant & Co wandern ins Depot

Seit dem 23. Mai 2011 sind die berühmte schildbachsche Holzbibliothek, der Goethe-Elefant und das Herbarium Ratzenberger nicht mehr in der Ausstellung des Naturkundemuseums zu sehen. Frühestens Mitte 2012 kommen sie zusammen mit den anderen historischen Stücken der landgräflichen Raritätenkammer in einer Neuinszenierung wieder zur Geltung. Die Stücke stammen aus dem 16.-19. Jahrhundert und sind von großem historischen Wert.

Herbarium Ratzenberger, Deckblatt des zweiten Bandes

Der sogenannte Goethe-Elefant lebte 7 Jahre in der Menagerie, einer Art Tierpark, des Landgrafen Friedrich II. unterhalb des Weinbergs. Nach seinem tragischen Tod im jugendlichen Alter wurde der Elefant im Ottoneum präpariert. Auch seine Knochen wurden montiert und zum wahrscheinlich ersten Großsäugetier-Skelett zusammengefügt, so wie es auch heute noch zu sehen ist. Als Goethe bei einem seiner Besuche in Kassel das Skelett sah, war er ganz begeistert und ließ sich den Schädel für Studienzwecke nach Weimar schicken.

Der Schädel des Elefanten wird auch während der Umbaumaßnahmen in einer gesonderten Vitrine zu sehen sein.

Der Goethe-Elefant wird demontiert

Goethe-Elefant

Vogelbeere aus der schildbachschen Xylothek

Knochen des Goethe-Elefanten werden sorgfältig verpacktDer Goethe-Elefant wird zerlegt

Podest des Goethe-Elefanten nach der Demontage

Umbau der Eiszeitausstellung abgeschlossen

Nach langer Bauzeit ist nun der Ausstellungsbereich "Eiszeit" im ersten Obergeschoss des Naturkundemuseum fertig gestellt. Die Besucher erwartet eine große, begehbare Lebensraum-Inszenierung mit Tieren, die damals unserer Gegend lebten.

Den Eingang bildet eine Höhle in der sich ein fast drei Meter großer Höhlenbär versteckt. Über das Thema "Einwanderung früher Menschen nach Europa" und einen Vergleich vom modernen Menschen mit dem Neanderthaler geht es vorbei an einer Hyäne, die ihre "Knochensammlung" bewacht, in die offene Mammutsteppe. Hier warten unter anderem Rentier, Wildpferd, Moschusochse und zwei Mammuts.

Eine große Bereicherung dieses Bereiches ist ein Lager steinzeitlicher Menschen. Die Familie scheint bei ihrer Alltagsarbeit festgehalten zu sein und präsentiert so einen Ausschnitt aus ihrer Lebenswelt.

Für geführte Gruppen steht ein eigenes, gemütliches Steinzeitlager auf einem "Felsenbalkon" hoch über der Eiszeitlandschaft für die Präsentation des Anschauungsmaterials zur Verfügung.


Blick vom "Felsenbalkon" in die Eiszeitausstellung

Lager steinzeitlicher Menschen

Blick in die Eiszeitausstellung mit Rentier, Wildpferd, Moschusochse und MammutsDie begehbare HöhleSteinzeitlager für geführte Gruppen auf dem "Felsenbalkon"

Afrika und Südamerika im Keller

Wer nun auf die Toiletten im Keller des Ottoneums geht, findet nun keine sachlich-neutral-langweilige Situation mehr vor: Die Herrentoilette hat sich in eine afrikanische Steppe, die Damentoilette in einen Dschungel verwandelt. Hierbei ging es uns allerdings nicht um eine korrekte naturwissenschaftliche Darstellung, sondern um unerwartete künstlerische Akzente an einem unerwarteten Ort.




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