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PHILIPPIA 15/1, 53-64, 11 Abb./1 Tab.
Kassel 2011

Thomas Keller & Anne Sander

Fossilführende Sedimente und Sinter einer Bärenhöhle im Bereich des eiszeitlichen Karsts Nordhessens

Abstract

A quarry near Sontra-Berneburg (Werra-Meißner-Kreis) delivered the fi rst and well preserved fossil remains of the cave bear Ursus spelaeus Rosenmüller 1794 for North-east-Hesse. The thanatocoenosis reconstructed by teeth and bones documents a mortality rate that is known from several hibernation caves. Some remains of the cave lion Panthera leo spaelaea Goldfuß 1810 could be identified within the material and represent also the first remains of this faunal element for NE-Hesse. The sediments adherent on the fossils allow to assign the original substrate of the cave floor. Less sorted material of a collapsed breccia is dominant. These collapsed breccias are common in subrosion areas of this region. Displaced cave sinter indicate the origin of the fossil remains to the Permian horizon of the Staßfurt-carbonate with the Hauptdolomite (Ca2 of the Staßfurtsequence of Z2). Obviously larger caves could develope and were used by different animals. However, pleistocene vertebrate remains are found mainly in the stratigraphical slightly older Palaeokarst of the Werra-anhydrite. As stable caves could not be developed over a longer period in this material the tanatocoenoses of the karst lack the cave baer.

Zusammenfassung

Aus einem Steinbruch bei Sontra-Berneburg (Werra-Meißner-Kreis) stammen zahlreiche und gut erhaltene Reste des Höhlenbären, Ursus spelaeus Rosenmüller 1794. Dieses eiszeitliche Säugetier war bisher für Nordost-Hessen nicht belegt. Die aus Zähnen und Knochen rekonstruierbare Grabgemeinschaft der Höhlenbären weist eine Mortalitätsstruktur auf, wie sie aus Überwinterungshöhlen bekannt ist. Das Fundmaterial enthält auch einige Knochen- und Zahnreste des Höhlenlöwen, Panthera leo spelaea Goldfuß 1810; auch dieses Faunenelement ist für NE-Hessen neu. An den Knochen anhaftende Sedimente erlauben Rückschlüsse auf das Substrat des Höhlenbodens, in dem wenig sortiertes Material aus Versturzbrekzien dominiert. Letztere sind in Subrosionsarealen der Region verbreitet. Am Fundort konnten verlagerte Höhlensinter geborgen werden, die auf eine Herkunft der Fossilreste aus dem Horizont des Permzeitlichen Staßfurt-Karbonat und Hauptdolomit (Ca2 der Staßfurt-Folge des Z2) hindeuten. Offensichtlich konnten hier größere, für Bären taugliche Höhlenräume entstehen und genutzt werden. Eiszeitliche Vertebratenreste wurden bisher vor allem im stratigraphisch etwas tiefer liegenden Paläokarst des Werra-Anhydrits aufgefunden. Da aber dort standfeste Hohlräume über längere Dauer nicht entstehen konnten, fehlt der Höhlenbär in den Grabgemeinschaften dieses Karsts grundsätzlich.

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